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5. Oktober 2000

Die Stadt Fulda trennt sich von Wallenfang und Al-Hami

Ein Klinikskandal hat in den letzten zwei Wochen in und um Fulda die Gemüter bewegt. Gegen den Leiter der Neurochirurgischen Klinik Professor Dr. Thomas Wallenfang waren erhebliche Vorwürfe laut geworden. Er soll laut einem anonymen Flugblatt Behandlungsfehler mit tödlichen Folgen begangen haben. Außerdem hatten ihm zahlreiche Patienten vorgeworfen, Druck auf sie ausgeübt zu haben, sich von ihm und nicht von Oberarzt Dr. Samir Al-Hami operieren zu lassen Die Staatsanwaltschaft und die Landesärztekammer ermitteln in einem Fall. Die Stadt Fulda hatte zunächst beide Ärzte beurlaubt. In der vergangenen Woche hatten Patienten Al-Hamis für eine Rückkehr Al-Hamis ins Klinikum demonstriert. Heute aber gab die Stadt Fulda bekannt: Sie wird sich zum Jahresende von beiden trennen.

Bericht von Christoph Käppeler im hr4-Osthessen-Journal vom 5. Oktober 2000

Bericht als mp3-Datei

Der Magistrat der Stadt Fulda sei heute morgen zu einem einstimmigen Beschluß gekommen, so Fuldas Oberbürgermeister Alois Rhiel, CDU:

(„Die Arbeitsverhältnisse...einvernehmlich zu lösen“)

Eine Trennung sei nötig gewesen, weil das Verhältnis Wallenfangs und Al-Hamis zu sehr zerrüttet gewesen sei. Alois Rhiel bedauerte,

(„Daß aufgrund dieses anonymen....möglich wurde“)

Erst die Berichterstattung in Hörfunk, Fernsehen und Zeitungen machte die Methoden, mit denen Wallenfang zahlreiche Patienten unter Druck setzte, öffentlich, und zwang die Stadt und die Beteiligten zum Handeln. Intern hatten Dr. Al-Hami und andere Ärzte Professor Wallenfang schon länger Behandlungsfehler vorgeworfen, die teilweise tödliche Folgen hatten. Vom rechtsmedizinischen Institut in Gießen wurden Gutachten erstellt, die laut Stadt Professor Wallenfang entlasteten. Es gebe keinen Anlaß, an der medizinischen Reputation beider zu zweifeln, so der OB:

(„Aber zu einer Führungsaufgabe gehören...nicht mehr tun würden“)

Schuld hätten beide daran, daß sich der Konflikt so zugespitzt habe. Aber: Viele Patienten bevorzugten Dr. Al-Hami als Operateur; gegen ihn gab es auch keine Vorwürfe medizinischer Fehler. Nun erhalten beide größere Abfindungen etwa in Millionenhöhe. Dr. Al-Hami so, daß er sich eine eigene Praxis in Fulda aufbauen kann. Die Klinik wird neurochirurgische Geräte kaufen und ihm vermieten. Die Miete wiederum übernimmt die Stadt Fulda, so Al-Hamis Anwalt Christoph Kind heute. Er bestätigte, daß Dr. Al-Hami eine kleine neurochirurgische Privatklinik in Fulda plant, um die Patienten, die ihm vertrauen, weiter behandeln zu können. Ihm sei wichtig gewesen, eine Lösung zu finden, bei der solche Zustände wie vorher am Fuldaer Klinikum nicht mehr möglich sein würden – sprich: er hätte einer Lösung seines Arbeitsverhältnisses nicht zugestimmt, wenn Professor Wallenfang geblieben wäre.

 („Wir haben eine Lösung gefunden...verlieren brauchen“)

Aber: Auch die Stadt, so der Oberbürgermeister, müsse darüber nachdenken, was sie künftig anders machen könnte. Zum Beispiel Chefärzte nur noch befristet einzustellen.Jetzt soll die Stelle des Direktors der Fuldaer Neurochirurgie möglichst schnell neu ausgeschrieben werden – im Frühjahr, so hofft der OB, soll sie wieder besetzt sein.

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© 2000 Christoph Käppeler

 

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